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Silberne Ehrennadel für Ludwig Hartl auf Jahreshauptversammlung
Würdigung des hohen Engagements im Ehrenamt: Prüfungsvorsitzender Ludwig Hartl (links) erhielt von Obermeister Martin Kollmeier die Silberne Ehrennadel der Handwerkskammer.
Quelle: Andreas Wittenzellner
Über einen guten Besuch der Jahreshauptversammlung der Zimmerer-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land in Hammer zeigte sich Obermeister Martin Kollmeier erfreut: „Das zeigt, dass unsere Innung lebt! Und das nicht nur auf dem Papier, sondern durch Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Wertschätzung.“ Er brach eine Lanze für das Miteinander in der Handwerkervereinigung: „Eine Innung ist mehr als Organisation, sie ist Netzwerk, Rückhalt und berufliche Heimat.“ Man begegne sich dort auf Augenhöhe unabhängig von der Betriebsgröße und dem Alter der Gesprächspartner. „Wir profitieren voneinander.“ Man helfe sich, tausche sich aus und lerne voneinander.
„Der Markt ist anspruchsvoller geworden, Investitionen werden vorsichtiger entschieden“ sagte der Obermeister fügte aber hinzu: „Angst macht mir das nicht, wir Zimmerer sind gut aufgestellt.“ Man arbeite mit einem „Werkstoff mit Zukunft.“ Der Holzbau stehe stark da. Er sorge sich auch nicht um den verstärkten Einsatz der künstlichen Intelligenz (KI): „Der Computer berechnet das Dach aber er baut es nicht auf und macht es nicht dicht.“ Den Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft des Zimmerer-Handwerks sehe er in einem gut ausgebildeten beruflichen Nachwuchs, weshalb er sich für die BIM stark mache.
Die Geschäftsstellenleiterin der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land, Manuela Deneri, ging auf die Berufs-Informations-Messe (BIM) ein, die in diesem Jahr in der Zeit vom 29. September bis 1. Oktober im Bildungszentrum der Handwerkskammer stattfindet. Stetiges Interesse der Schulen in der Region hat zu jährlich bis zu 1.400 Besuchern geführt, die sich über berufliche Chancen im Handwerk informieren. Das hohe handwerkliche Engagement, das Konzept und die starke Akzeptanz wurde im vergangenen Jahr mit einem Preis des Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales ausgezeichnet. Die anwesenden Zimmerer würdigten das Engagement der Kreishandwerkerschaft-Mitarbeiter mit langanhaltendem Applaus.
Jens Holst, Ausbilder im Bildungszentrum der Handwerkskammer berichtete von personellen Veränderungen auf der Ausbildungsebene, die für künftige Auszubildende relevant sein werden. „Da kommt frischer Wind hinein“ zeigte sich auch Obermeister Kollmeier zuversichtlich.
Crash-Kurs bayernweit einmalig
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Ludwig Hartl, blickte nochmals zur letztjährigen Gesellenprüfung und nachfolgender traditioneller Freisprechung (wir berichteten) zurück und freute sich über 47 neue Gesellen. Verschiedene Kursangebote würden das Ausbildungsniveau ebenfalls verbessern. Der Crash-Kurs für Quereinsteiger in der ersten Woche der Berufsschule bei dem der Umgang mit Maschinen und einfache Arbeiten erlernt wird, habe sich positiv entwickelt. Nicht ohne Stolz betonte er, dass Dieser bayernweit einmalig sei.
Dagmar Sinzinger von der Kreishandwerkerschaft präsentierte den Anwesenden die Zahlen des vergangenen Jahres, das mit einem leicht positiven Ergebnis abschloss. Auf der Ertragsseite finanziert sich die Innung insbesondere aus den Mitgliedsbeiträgen der 44 Mitglieder, der Fördermitglieder und Prüfungsgebühren. Ausgabenseitig gehen rund 60 Prozent an den Landesverband. Dem positiven Votum der beiden Rechnungsprüfer Josef Pletzer und Arthur Roth wurde die Jahresrechnung 2025 ohne Gegenstimme durchgewunken, Vorstand und Geschäftsführung Entlastung erteilt.
Im Nachgang stand die Verabschiedung des Haushaltsplans 2026 auf der Agenda, inklusive leichtem Rückgriff auf die Rücklagen. Auch dieser wurde ohne Gegenstimme verabschiedet.
Als Meisterbeisitzer im Prüfungsausschuss wurden Christian Weiß als neuer Ausschussvorsitzender, Remigius Bachmann, Josef Bachmayer jun., Stephan Bachmayer, Ludwig Hartl, Florian Hölzl, Josef Lechner, Ralf Mitterer, Josef Pletzer, Bernhard Resch, Josef Wernberger, Matthias Stadler und Michael Irlinger gewählt. Pletzer und Roth wurden wieder in den Rechnungsprüfungsausschuss gewählt.
Im Nachgang berichtete Valentin Klinger vom Landesinnungsverbands des bayerischen Zimmererhandwerks von Neuerungen in der Bayerischen Bauordnung. Gerade die Regelung bei eingeschossigen Aufstockungen zu Wohnzwecken den Bestand brandschutztechnisch nicht ertüchtigen zu müssen, macht es für die ausführenden Firmen wie auch die Investoren gleichermaßen einfacher neuen Wohnraum zu schaffen betonte der Verbandsvertreter.
Hubert Hoffmann von der Fahrschule Hoffmann in Wasserburg informierte über Aufzeichnungspflichten für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen und die Handwerkerregelung für den LKW-Führerschein. Müssen doch auch die Zimmereibetriebe wie auch deren Fahrer umfangreiche gesetzliche Regularien wie beispielsweise Lenk- und Ruhezeiten oder auch bei der Beladung der Fahrzeuge beachten.
Auf Interesse stieß - der Hauptversammlung vorangehend – der Besuch der Max Aicher Arena und die fachliche „Begutachtung“ der Zimmermannsarbeiten in der Eishalle wie auch dem gesamten technischen Konzept der Arena. „Wir bauen immer schon Hybrid mit Holz in Kombination mit Stahlbeton. Das passt zusammen.“
Ludwig Hartl mit Silberner Ehrennadel ausgezeichnet
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung ehrte die Innung langjährige Mitglieder die schon zum Teil über viele Jahrzehnte Mitglied in der Handwerkervereinigung sind. Eine herausragende Ehrung wurde Ludwig Hartl teil, der sich seit Jahrzehnten für das Zimmererhandwerk, die Auszubildenden und die Innung engagiert. Der Zimmerer- und Dachdeckermeister war als Meisterbeisitzer 20 Jahre Mitglied im Prüfungsausschuss bevor er 2016 dessen Vorsitz übernahm, den er bis zum Tag der Hauptversammlung innehatte, bevor er sich ab jetzt wieder auf die Mitgliedschaft im Ausschuss begrenzt. Obermeister Kollmeier würdigte das hohe Engagement des Vorstandsmitgliedes: „20 Jahre Verantwortung im Prüfungsausschuss das macht man nicht nebenbei. Das macht man aus Überzeugung, mit Herzblut und Verantwortung.“ Hartl habe Generationen junger Zimmerer begleitet, gefördert und gefordert. „Wer so viele Prüflinge erlebt hat wie du dem macht keiner mehr ein X für ein U vor“ sagte Kollmeier unter der respektvollen Zustimmung der Anwesenden.“ Hartls Engagement wurde mit der Silbernen Ehrennadel der Handwerkskammer gewürdigt.
Geehrt wurden für Ihre Innungszugehörigkeit:
- 10 Jahre: Zimmerei und Dachdeckerei Manfred Huber (Siegsdorf), Holzbau Kecht (Chieming).
- 25 Jahre: Zimmerei Josef Pletzer (Bischofswiesen), Wirnshofer und Hackl Holzbau (Grabenstätt).
- 30 Jahre: Doppler und Spannring (Inzell), Protze Holzbau (Ainring).
- 35 Jahre: Holzbau Zimmerei Kollmeier (Matzing), Lechner Holzbau (Tittmoning), Holzbau Zimmerei Franz Plank (Obing).
Text: Andreas Wittenzellner
Ehrung für langjährige Innungszugehörigkeit (von links): Stellvertretender Obermeister Martin Kendler, Konrad Kecht sen., Konrad Kecht, Josef Pletzer, Maximilian Doppler, Julian und Alexander Kollmeier, und Obermeister Martin Kollmeier.
Quelle: Andreas Wittenzellner